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Behörde für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg
Denkmalschutz und EU-Wasserrahmenrichtlinie in Einklang bringen
23.09.2010 / 17:15. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Vereins zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen in Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. am 18. September 2010 in Hamburg sprach sich Senatorin Dr. Herlind Gundelach, Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK), für einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Anforderungen des Denkmalschutzes bei der Erhaltung von kulturhistorisch bedeutsamen Wassermühlen einerseits und der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) andererseits aus.Die EG-WRRL, die einen guten ökologischen Zustand für alle Fließgewässer bis 2015 und damit auch die Durchgängigkeit der Bäche und Flüsse für Wanderfischarten (z.B. Aale, Lachse, Forellen und Stinte) zum Ziel hat, stelle für Wassermühlen-Stauwehre ein Hindernis dar, sagte die DNK-Präsidentin. Gundelach: "Das Stauwehr ist ein essentieller Teil einer denkmalgeschützten, funktionsfähigen Wassermühle, wie sie von vielen Mühlenvereinen liebevoll erhalten, gepflegt und betrieben wird. Hier muss der Konflikt, wie an vielen Orten schon geschehen, durch ein Umgehungsgerinne oder eine Fischtreppe gelöst werden."
Viele gute Beispiele zeigten, dass dies gelingen kann. So sei die ursprüngliche Kontroverse bei der Kupfermühle in Hamburg-Wohldorf, der Horster Mühle in Seevetal oder der Schildmühle in Bennin-Schildfeld bestmöglich überwunden worden.
Ein Konflikt sei jedoch auch in vielen gestalteten Kulturlandschaftsbereichen zu finden, nicht nur bei Mühlenanlagen. So stoße die in der EG-WRRL gewünschte Renaturierung von Bach- und Flussläufen aus denkmalpflegerischer Sicht zum Beispiel auch bei künstlichen Fließgewässern in historischen Parks oder bei kulturlandschaftlich wichtigen historischen Fischerei- oder Flößereianlegeplätzen auf Probleme.
Angesichts der zurückgehenden Finanzkraft der Länder und Gemeinden, die für den Denkmalschutz zuständig seien, stünden diese jedoch vor der größten finanziellen Herausforderung in der Geschichte. "Eine solche Situation erfordert den engen Zusammenschluss aller im Denkmalschutz Engagierter. Wir müssen unsere Kräfte bündeln und gemeinsame Strategien entwickeln", so der Aufruf von DNK-Präsidentin Gundelach.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Behörde für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg.

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