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Das friedliche Zusammenleben der Religionen in Bremen nicht gefährden
04.06.2010 / 13:40. Am vergangenen Dienstag hat die israelische Marine vor der Küste von Gaza mit Kommandobooten und Hubschraubern einen internationalen Schiffskonvoi gestürmt. Bei der gewaltsamen Aktion enterten Elitesoldaten in den frühen Morgenstunden die sechs Schiffe der "Gaza-Solidaritätsflotte". Es gab mindestens zehn Tote und zahlreiche Verletzte, Dutzende pro-palästinensische Aktivisten wurden inhaftiert. Seit Tagen wird das Vorgehen der israelischen Armee kontrovers diskutiert. Der folgenschwere Vorfall löste eine Welle scharfer internationaler Kritik an Israel aus.Der Vorfall bewegt uns sehr, weil er erneut zeigt, wie verhärtet die Fronten im Nahen Osten sind. Wir weisen Gewalt und einseitige Verurteilungen entschieden zurück. Sie sind keine Lösung, von welcher Seite sie auch kommen mögen, schärfen nur die Feindbilder und tragen nichts zum Frieden und zur Verständigung im Nahen Osten bei. Vielmehr ist eine glaubwürdige, unabhängige und transparente Untersuchung des Vorfalls wichtig .
In Bremen ist für morgen (Samstag, den 5. Juni) eine Demonstration gegen die Aktion der israelischen Armee angekündigt. In unserer Stadt gibt es eine gewachsene interreligiöse und interkulturelle Tradition. Wir bitten alle Bremerinnen und Bremer, an dieser Kultur der Begegnung festzuhalten. Wir dürfen nicht Falken und Scharfmachern, auf welcher Seite auch immer, das Wort überlassen.
Wir Christen, Juden und Muslime, die wir in Bremern leben und uns täglich begegnen, sollten gemeinsam für einen sofortigen Waffenstillstand eintreten und für ernsthafte Bemühungen zur Aufhebung der Gaza-Blockade für Hilfsgüter. Wir setzen uns deshalb für umfassende humanitäre Hilfe durch die internationale Staatengemeinschaft, partnerschaftliche Begegnungen zwischen Menschen in Israel, Palästina und Bremen sowie eine dauerhafte und friedliche Zwei-Staaten-Lösung mit sicheren und anerkannten Grenzen ein.
Die Drohungen und die Gewalt müssen ein Ende haben. Deshalb wenden wir uns gemeinsam gegen alle, die Unterdrückung, Mord und Vertreibung das Wort reden, auch und gerade, wenn sie sich dabei auf Gott berufen. In allen Religionen können wir für den Frieden im Nahen Osten beten.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Bremische Evangelische Kirche.

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