Um Ihnen künftig einen noch besseren Service anbieten zu können, konzentriern wir uns derzeit auf eine größere Umstrukturierung. Freuen Sie sich auf ein frisches Layout, mehr Nachrichten und mehr Möglichkeiten zum Mitmachen ab 2011!
BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Chancen für Offshore-Hafen Brunsbüttel nicht verspielen!
30.09.2010 / 14:11. Der BUND Schleswig-Holstein warnt vor einer fatalen Weichenstellung gegen einen Offshore-Hafen in Brunsbüttel. Er appelliert an die Stadtvertretung, auf seiner morgigen Sitzung die Aufstellung des B-Plans 56, der den Bau eines Kohlekraftwerkes ermöglichen soll, mindestens zu vertagen. „Brunsbüttel hat gute Aussichten auf einen Offshore-Hafen mit rund 1000 neuen Arbeitsplätzen. Mit einer Entscheidung für den Bau eines Kohlekraftwerkes würde Brunsbüttel angesichts bereitstehender Konkurrenten leichtfertig alle Chancen für einen Offshore-Hafen verspielen.“ warnt Sybille Macht-Baumgarten, Landesvorsitzende des BUND SH.Erst Anfang September hatte Wirtschaftsminister de Jager eine Studie „Marktpotentiale und Entwicklungsmöglichkeiten für den Standort Brunsbüttel im Windenergieanlagencluster“ vorgestellt und „mindestens 1000 neue qualifizierte Beschäftigungsverhältnisse“ in Aussicht gestellt. Bis Ende 2010 soll dazu eine Machbarkeitsstudie weitere Ergebnisse bringen. Zugleich wird in der Studie vor „potentiellen Nutzungskonkurrenzen“ des Hafens durch Umschlag und Lagerung von Kohle mit seinen Staubemissionen gewarnt. Mit der beabsichtigten B-Plan Änderung sollen die Kühlwasserleitungen sowie die Ein- und Auslaufbauwerke in das Sondergebiet Kohlekraftwerk eingezogen werden, was den Bau einer dahinter liegenden Offshore-Pier faktisch unmöglich machen würde. Als „Luftnummer“ bezeichnet der BUND die vorgesehene Speicherung für die jährlich über 10 Millionen Tonnen CO2, da gerade Schleswig-Holstein und Niedersachsen dies für ihr Gebiet abgelehnt haben.
Auch würde eine CCS-Abscheidungsanlage in Flächenkonkurrenz zum Hafen stehen. Bereits mehrere Gesellschafter des geplanten SWS-Kohledinosauriers haben ihren Ausstieg verkündet, noch in diesem Jahr soll eine Gesellschafterversammlung der verbliebenen Interessenten stattfinden. Der Bau eines Kohlekraftwerkes, zumal vor dem Hintergrund möglicher längerer Laufzeiten von Atommeilern, wird immer fraglicher. „Wenn die Stadtvertreter hinterwäldlerisch an Kohlekraftwerken festhalten, werden sie am Ende als die Deppen dastehen: Ohne ein neues unwirtschaftliches und klimaschädliches Kohlekraftwerk, über einen neuen Offshore-Hafen mit 1000 nachhaltigen Arbeitsplätzen freut sich dann eine andere Stadt.“, stellt Macht-Baumgarten fest. „Die Stadtvertretung wäre daher gut beraten, keine voreilige und fatale Weichenstellung zu treffen, sondern mindestens das Vorliegen der Machbarkeitsstudie zum Offshore-Hafen und eine Entscheidung der SWS-Gesellschafter über die Zukunft des Kohlekraftwerkes abzuwarten.“
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Schleswig-Holstein e.V..

Kommentare zu diesem Artikel
Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Kommentieren >>
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare zu schreiben!