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Bremische Evangelische Kirche

Bremische Evangelische Kirche ernennt Beauftragten für den Dialog mit den Religionen

28.05.2010 / 13:25. Die Bremische Evangelische Kirche hat Pastor Volker Keller aus Bremen-Vegesack ab dem 1. Juni 2010 zum neuen Beauftragten für den Dialog mit den Religionen ernannt. Keller wird diese Aufgabe neben seiner Tätigkeit als Gemeindepastor wahrnehmen. Schwerpunktmäßig geht es bei dieser Beauftragung um den Dialog mit den Moscheen und den Muslimen in Bremen. In dieser Frage übernimmt Herr Pastor Keller die Nachfolge des verstorbenen Islambeauftragten Pastor Dr. Heinrich Kahlert.


Seine Hauptaufgabe im neuen Amt bringt Volker Keller kurz und praktisch auf den Punkt: "Ich möchte möglichst viele Christen als Gäste in die Moscheen und möglichst viele Muslime in unsere christlichen Kirchen bringen." Zwischen Muslimen und Christen gebe es zu wenig Kontakt, obwohl der Informationsbedarf über den Islam groß sei. "Wenn wir wechselseitig unsere zahlreichen Vorurteile abbauen wollen, müssen wir uns begegnen."

Zu tun gebe es für ihn viel, so Keller, um Vorurteile auf beiden Seiten auszuräumen. "Viele Muslime missverstehen unseren Glauben an den dreieinigen Gott - Vater, Sohn und Heiligen Geist - als Vielgötterei." Auch auf der anderen Seite gebe es viel Unkenntnis. "Moscheen sind keine gefährlichen Orte, sondern Orte des Gebets und der Begegnung. Integration kann nur gelingen, wenn wir dem Islam mit Respekt gegenübertreten, nicht mit Vorurteilen. Vielen Muslimen tun die Vorurteile weh. Die meisten schätzen die Religionsfreiheit in Deutschland als Geschenk."

In den drei großen Religionen Judentum, Islam und Christentum, gebe es viel Gemeinsames zu entdecken, meint Keller, der sich zugleich deutlich von einem weichgespülten Kuschel-Dialog distanziert. Von anderen Religionen zu lernen, steht für ihn im Vordergrund: "Sich auf die Gedanken des Anderen und das Fremde einzulassen, eröffnet ungewohnte Perspektiven."

Keller ist nicht nur Theologe, sondern hat auch Religionswissenschaften studiert, weshalb er fachlich auf seine neue Aufgabe bestens vorbereitet ist. Toleranz ist für den neuen Beauftragten kein bloßes Lippenbekenntnis. So probiert er gern alternative Gottesdienstformen aus, lädt zu den Vegesacker Popgottesdiensten Hindus oder Buddhisten ein oder greift Impulse aus Zen-Meditation oder Yoga auf.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Bremische Evangelische Kirche.

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