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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Botulinum-Toxin gegen Migräne

13.09.2010 / 13:51. Mehr als 6.000 Neuromediziner tagen im September bei der Neurowoche 2010 in Mannheim - Europas größter klinisch-neurowissenschaftlicher Fachkongress

Patienten mit chronischer Migräne könnte schon bald eine neue Therapieform zur Verfügung stehen: Botulinum-Toxin, allgemein besser bekannt von kosmetischen Anwendungen unter dem Namen "Botox". Zwei große Studien in den USA und Europa haben vor Kurzem die Überlegenheit des Bakteriengifts Botulinum gegenüber einem Scheinmedikament belegt. Gegenwärtig prüfen die Zulassungsbehörden, ob diese Behandlungsmethode von Ärzten routinemäßig zur Vorbeugung der Kopfschmerzattacken angeboten werden darf. "Fällt das für die nächsten Wochen erwartete Urteil positiv aus, sollte auch in Deutschland einer Übernahme der Behandlungskosten durch die gesetzlichen Krankenkassen nichts mehr im Wege stehen", sagt Professor Hans-Christoph Diener (Essen) von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Weit mehr als eine Million Menschen sind in Deutschland von dieser immer wiederkehrenden schweren Form der Migräne betroffen.


Völlig neu in der Behandlung neurologischer Erkrankungen ist das Botulinum-Gift allerdings nicht. Es kommt vor allem bei der Therapie unwillkürlicher Muskelbewegungen zum Einsatz. Am Universitätsklinikum Heidelberg gibt es eine Spezialsprechstunde, in der Patienten mit Blepharospasmus (Augenlidkrampf), Hemispasmus facialis (Gesichtskrampf), Torticollis (Schiefhals), Spastik nach Schlaganfall und anderen fokalen Dystonien behandelt werden. Das Botulinumtoxin wird den Patienten lokal mit einer Spritze verabreicht.

Weltweit zweitgrößter Kongress klinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften

Einzelheiten zu dieser neuen Migräne-Therapie und weitere neue Erkenntnisse in der Erforschung, Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Gehirns und der Nerven sind das Thema der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie im Rahmen der Neurowoche 2010. Zu dem weltweit zweitgrößten klinisch-neurowissenschaftlichen Kongress in Mannheim vom 21. bis 25. September werden mehr als 6.000 Neuromediziner aus dem deutschsprachigen Raum erwartet.

Einladung zur Pressekonferenz

Auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Neurologie am Mittwoch, 22. September 2010, 10 bis 11 Uhr im Congress Center Rosengarten Mannheim werden aktuelle Trends der Neurologie einem breiteren Publikum vorgestellt: die Migräne-Therapie, wie man sich vor einem Schlaganfall schützen kann oder von welchen Fortschritten Multiple-Sklerose-Patienten bald profitieren werden. Direkt im Anschluss folgt von 11 bis 12 Uhr die Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie mit Schwerpunktthemen wie Hirntumorchirurgie und Wirbelsäulenoperationen. Im Pressezentrum unter www.dgn.org/presse.html können Sie sich vorab informieren und online akkreditieren.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

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