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Technische Universität Dresden

Bioverfahrenstechniker an der TU Dresden wollen Vitamin E aus der Sonnenblume „produzieren“

29.09.2010 / 13:13. Pflanzliche Wirkstoffe und deren effiziente, ressourcenschonende Herstellung für die Pharma- und Kosmetikindustrie werden fuer die Forschung immer interessanter. Am Institut fuer Lebens- und Bioverfahrenstechnik der TU Dresden haben Wissenschaftler die Probleme traditioneller Herstellungsprozesse erkannt. Gegenwaertig arbeiten die Experten daran, Pflanzenzellen mit den Methoden der „weißen Biotechnologie“ so zu modifizieren, dass diese hoehere Wirkstoffanteile

enthalten und trotzdem für die industrielle Produktion attraktiv bleiben. Dabei setzt die „weiße Biotechnologie“ biotechnologische und gentechnische Methoden fuer industrielle Produktionsverfahren ein.

Prof. Thomas Bley und sein junges, interdisziplinaeres Forscherteam nutzen fuer ihre Untersuchungen vor allem Mikroorganismen wie Agrobacterium rhizogenes oder ausgewaehlte Enzyme, weil sie im biotechnologischen Prozess fuer eine hoehere „Ausbeute“ sorgen. Zurzeit sind die Bioverfahrenstechniker von der TU Dresden dabei, einen industriellen Herstellungsprozess für α--Tocopherol - ein Vitamin E - zu entwickeln und diesen optimierten Prozess auch auf andere
Pflanzenarten wie Salbei zu uebertragen. In der Gruppe der E-Vitamine ist α--Tocopherol eine der aktivsten Formen mit antioxidativen Eigenschaften. Auf dem Gebiet der Modifikation und Transformation kooperieren die TU-Experten mit Biologen des Instituts fuer Botanik der TU Dresden und Wissenschaftlern der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Eine Vision treibt sie alle an: Die Gewinnung einer optimierten α--Tocopherol - produzierenden Zellkultur aus der
Sonnenblume. Mit anderen Worten: Die Forscher wollen Vitamin E aus der Sonnenblume produzieren. Einsatzmoeglichkeiten für den pflanzlichen Wirkstoff sehen sie nicht nur in der Kosmetik- und Pharmabranche oder in der Nahrungsmittelindustrie. Ihre Forschungspartner von der Professur für Holz- und Faserwerkstofftechnik der TU Dresden suchen nach Wegen, die gewonnenen Erkenntnisse fuer die Etablierung und Anwendung fungizider Wirkstoffe einzusetzen und diese an Werkstoffen aus Holz zu erproben.

Aber auch die im Salbei enthaltenen sekundaeren Pflanzenstoffe wie Oleanol- und Ursolsaeure fordern das wissenschaftliche Interesse der Dresdner Bioverfahrenstechniker heraus, sind sie doch wegen ihrer entzuendungshemmenden Eigenschaften für die Kosmetikindustrie besonders interessant. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der TU Kaiserslautern analysieren sie entsprechende Pflanzenzellen und sind dabei bereits „produktiven“ Kulturen auf der Spur. Eine eigens dafür entwickelte Analysetechnik wird dem interessierten Fachpublikum auf Europas wichtigstem Messeplatz für Biotechnologie in wenigen Tagen erstmals präsentiert.

Es spricht uebrigens für die vom Europaeischen Sozialfonds gefoerderte Nachwuchsforschergruppe aus Dresden, dass sie bei all ihren fachlichen Ueberlegungen auch oekonomische und oekologische Aspekte wichtig nimmt. Mitarbeiter des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebliche Umweltoekonomie der TU Dresden, unterstuetzen mit ihrem Know-how das Projekt „Produktionsprozesse für Vitamin E aus der Sonnenblume“.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Technische Universität Dresden.

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