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Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

BGR-Wissenschaftler erforschen den Einfluss von Mikroorganismen auf die Entstehung von Manganknollen

31.03.2010 / 12:59. Unter Leitung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bricht eine Gruppe von 23 Wissenschaftlern aus vier großen deutschen Meeresforschungsinstituten am 15. April 2010 von Papeete (Tahiti) aus zu einer fünfwöchigen Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff "Sonne" in den Zentralpazifik auf. Ihr Ziel: der Manganknollengürtel zwischen Hawaii und Mexiko. Neben Forschern der BGR nehmen Vertreter des Leibniz-Institutes für Meereswissenschaften in Kiel, des Alfred-Wegener Institutes für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven und des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven an der Expedition teil, um das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen weiter zu erkunden.


Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Internationalen Meeresbodenbehörde ISA der Vereinten Nationen und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, auf einem Meeresareal von 75 000 km2 Größe in rund 5000 Meter Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der rohstoffreichen Manganknollen zu erfassen.

"Manganknollen sind eine Rohstoffquelle der Zukunft", erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Carsten Rühlemann. "Zur Entstehung und zum Vorkommen von Manganknollen gab es bereits in den 1970er und 1980er Jahren intensive Forschungstätigkeiten. Hochmoderne Analysemethoden machen aber erst heute die Beantwortung komplexer Fragen möglich", so Rühlemann. "Wir wollen wissen, welchen Beitrag marine Mikroorganismen zur Bildung der Knollen leisten oder welchen Einfluss die chemische Zusammensetzung der Porenwässer in den Sedimenten des Meeresbodens hat. Das Wasser zwischen den Mineralpartikeln ist die Stoffquelle für die Metalle der Knollen."

Auch der Artenreichtum der Tierwelt in den ausgedehnten Knollenfeldern unter den extremen Bedingungen der Tiefsee mit völliger Dunkelheit, frostiger Kälte und enormem Druck ist bislang erst wenig erforscht. Hier setzen die Arbeiten der neuen Forschungskampagne an. "Wir werden mit molekularbiologischen Methoden die Lebensgemeinschaften auf der Oberfläche der Manganknollen untersuchen", erläutert BGR-Mikrobiologe Dr. Axel Schippers. Für eine Bestandsaufnahme der größeren Bodenlebewesen werden mit Hilfe von sogenannten Kastengreifern 50 x 50 cm große Proben des Meeresbodens ausgestanzt und an Bord gehievt. Außerdem sollen mit speziellen Geräten Boden- und Wasserproben aus der Tiefsee entnommen werden, um die Sauerstoff- und Metall-Konzentration des Wassers zu bestimmen.

Mit der Expedition sollen auch grundlegende Daten zur Beurteilung der potentiellen Lagerstätte gesammelt werden. "Wie groß ist das Vorkommen, wo liegen die dichtesten Knollenkonzentrationen und wie wirtschaftlich ist eine spätere Förderung der Rohstoffe? Auf diese Fragen erhoffen wir uns detaillierte Antworten", so BGR-Meeresgeologe Rühlemann.

Manganknollen waren bereits vor rund 30 Jahren ein Rohstoff-Thema. Die in der Tiefsee verbreiteten Knollen wurden damals als eine neue, bisher nicht genutzte Quelle für verschiedene Metalle wie Kupfer, Kobalt und Nickel entdeckt. Nach Jahren intensiver Forschungstätigkeit erschien ein submariner Abbau greifbar nahe. Ein Konsortium mit Beteiligung deutscher Firmen erwarb daher 1984 eine Förderlizenz im zentralen Pazifik. Allerdings verhinderte damals ein unerwarteter Preisverfall bei Metallrohstoffen den Beginn der kommerziellen Gewinnung von Manganknollen.

Angesichts teilweise dramatisch steigender Rohstoffpreise gewinnen die Manganknollen erneut an Aktualität. "Vor diesem Hintergrund ist das Vorhaben auch eine Maßnahme der strategischen Zukunftsvorsorge", so BGR-Wissenschaftler Rühlemann. "Durch die frühzeitige Forschungstätigkeit der BGR wird ein Beitrag zur künftigen Rohstoffsicherung unseres Landes geleistet."

Weitere Informationen: http://www.bgr.bund.de/cln_109/nn_325028/DE/Themen/MeerPolar/Meeresforschung/Tiefseebergbau/tiefseebergbau__node.html?__nnn=true

http://www.bgr.bund.de/cln_109/nn_1871890/DE/Themen/MeerPolar/Meeresforschung/Tiefseebergbau/manganknollen.html?__nnn=true

Fotos: http://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr-100331-2-bilder.html

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

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