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Technische Universität Ilmenau

Bedeutender europäischer Forschungspreis für Ilmenauer Physikprofessor

03.06.2010 / 08:37. Dem Ilmenauer Physikprofessor Thomas Klar ist vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) ein "ERC Starting Grant" zuerkannt worden. Der Preis ist mit insgesamt 1,5 Millionen Euro dotiert.

Prof. Klar war mit seinem Projekt "Active NP - Active and Low Loss Nanophotonics" erfolgreich. Die Nanophotonik befasst sich mit der Erforschung und Entwicklung neuartiger photonischer Bauteilkonzepte für innovative Anwendungen. Angesiedelt im Grenzgebiet zwischen Physik, Materialwissenschaften und Optoelektronik, strebt sie an, winzig kleine Schaltkreise nicht für elektrische Ströme, sondern für Licht zu liefern.


Der ERC Starting Grant wird jungen talentierten Nachwuchsforschern zuerkannt, um diesen zu ermöglichen, sich als innovative Wissenschaftler zu profilieren. Der Preis wird jährlich verliehen und ist unter Forschern sehr begehrt. Obwohl er erst seit drei Jahren vergeben wird, genießt er in Wissenschaftskreisen bereits höchste Reputation.

Für Prof. Thomas Klar hat der Erfolg, abgesehen von der akademischen Ehre, auch eine ganz praktische Seite: "Durch die großzügige finanzielle Ausstattung kann ich mich jetzt für fünf Jahre voll auf meine Forschung konzentrieren und muss mich nicht jedes Jahr neu darum kümmern, wo das Geld herkommt". Das Preisgeld ermöglicht es Prof. Klar, ein Forschungsteam aufzubauen und an seinem Spezialthema, der Nanophotonik, zu forschen.

Prof. Thomas Klar arbeitet an einem Problem, das schon seit langem bekannt ist: Wie schon der Jenaer Physiker Ernst Abbe vor knapp 140 Jahren erkannt hat, ist es sehr schwierig, das Licht in einem Raumbereich zu konzentrieren, der kleiner ist als seine Wellenlänge. Dieses Limit gilt streng aber nur für dielektrische Materialien, also etwa Luft oder Glas. Wenn metallische Grenzflächen im Spiel sind, kann man wesentlich besser fokussieren, eben bis herab in den Bereich einiger Nanometer (einiger milliardstel Meter), daher der Name "Nanophotonik". Nun hat die Methode, metallische Grenzflächen zu so starker Fokussierung zu benutzen, aber einen gravierenden Nachteil: Gerade für sichtbares Licht führen diese metallischen Strukturen zu sehr starken Verlusten. Somit haben eine Vielzahl von interessanten Forschungsergebnissen wie extrem hoch auflösende Mikroskoplinsen oder Laserresonatoren im Nanometerbereich bisher erst zu wenigen wirtschaftlich nutzbaren Anwendungen geführt. Genau hier setzt nun das Forschungsvorhaben von Klar an: Er plant, zusammen mit seinen Mitarbeitern, kleinste "Verstärker" in die metallischen Nanostrukturen zu integrieren, so dass die Verluste wieder ausgeglichen werden können. Dies wäre einen Durchbruch in der Photonikforschung von Prof. Thomas Klar.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Technische Universität Ilmenau.

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