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Bayern beschließt Fünf-Punkte-Strategie Elektromobilität
04.05.2010 / 12:12. Bayern hat in der heutigen Kabinettssitzung eine Fünf-Punkte-Strategie für Elektromobilität in Bayern beschlossen. Nach der China-Reise des Ministerpräsidenten wollen Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsminister Martin Zeil in Sachen Elektromobilität in Bayern weiter aufs Tempo drücken. Seehofer und Zeil: „Wir wollen das Thema Elektroantriebe - diese zukunftsweisende, umweltfreundliche Technologie - maßgeblich mitgestalten. Dies ist eine nationale Aufgabe, in der Bund, Länder und die Wirtschaft eng zusammenarbeiten müssen." Seehofer und Zeil kündigten an, dass die Elektromobilität als innovative Technologie im Zentrum des neuen Zukunftsprogrammes „Aufbruch Bayern" steht. Seehofer: „Elektromobilität wird entscheidend sein für die Zukunft unserer Automobilindustrie in Deutschland. Das Mutterland des Verbrennungsmotors muss auch Ideen- und Taktgeber für die Antriebe der Zukunft sein. Bayern ist als Standort der Premium-Hersteller Audi und BMW, innovativer Automobilzulieferer und einer weltweit anerkannten Forschungslandschaft prädestiniert, Vorreiter bei der Elektromobilität zu werden." Wirtschaftsminister Zeil betonte: „Bayern besitzt beste Voraussetzungen, um bei der Elektromobilität als Technologie der nächsten Generation ganz vorne mitzuspielen. Mit der Zukunftsoffensive Elektromobilität wollen wir die entscheidenden Impulse geben, damit Unternehmer und Wissenschaftler diese Vision realisieren können. Der Industriestandort Bayern und die bayerische Automobilindustrie werden dadurch einen erheblichen Innovationsschub erfahren." Seehofer zeigte sich überzeugt, dass die Elektromobilität auch weit über den Automobilbau hinaus zu einem großen Treiber des technischen Fortschritts und Motor für die wirtschaftliche und technologische Entwicklung in Bayern wird. Seehofer und Zeil: „Bayern hat den Anspruch, das Elektromobilitätsland Nr. 1 zu sein. Wir wollen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten voranbringen, aber auch gezielt neue Wege finden, wie die Markteinführung von Elektrofahrzeugen beschleunigt werden kann. Dazu müssen wir jetzt die Weichen stellen."Folgende 5-Punkte-Strategie soll die Elektromobilität in Bayern weiter vorantreiben:
1. Ausbau der bayerischen Forschungslandschaft
2. Ausbau von Modellregionen und Auswahl einer Modellstadt
3. Neue Schwerpunktsetzung im Rahmen der bayerischen Cluster-Strategie „Automotive"
4. Unterstützung von Leuchtturm-Projekten
5. Maßnahmenpaket zur schnellen Markteinführung
Umweltminister Söder unterstrich: „Wir müssen Klimaschutz und Mobilität in Einklang bringen. Möglichst CO2 freier Strom ist dabei der Schlüssel. Gerade der Einsatz von abgasfreien und geräuscharmen E-Fahrzeugen bietet in Ballungsräumen große Vorteile: Hohe Lebensqualität hängt auch von niedriger Lärmbelastung ab."
Wissenschaftsminister Heubisch plädierte dafür, der Grundlagenforschung großes Gewicht einzuräumen. „Innovationen sind aus bahnbrechenden Ergebnissen der Grundlagenforschung entstanden. Die Neugierde der bayerischen Forschung ist die größte Chance für ein weiß-blaues Elektromobil."
In einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter Federführung des Wirtschaftsministeriums soll noch vor der Sommerpause 2010 die Fünf-Punkte-Strategie weiter konkretisiert und bayerische Beiträge für die Weiterentwicklung der Elektromobilität festgelegt werden. Folgende Schwerpunkte spielen dabei eine zentrale Rolle:
1) Ausbau der bayerischen Forschungslandschaft
Die Weichen für die bayerische „Forschungslandschaft Elektromobilität" werden jetzt insbesondere in den Metropolregionen Nürnberg und München gestellt:
ï€ Förderung des Wissenschaftszentrums Elektromobilität der TU München: Dieses bundesweit einmalige Forschungszentrum umfasst bereits jetzt 36 Lehrstühle und Fachgebiete in fünf Fakultäten (Chemie, Elektrotechnik & Informationstechnik, Informatik, Maschinenwesen und Physik).
ï€ Ausbau des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie in Erlangen und Nürnberg: Dort investiert der Freistaat in den nächsten Jahren rund 10 Millionen Euro für die Weiterentwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen.
ï€ Errichtung des E-Drive-Centers in Nürnberg: Im E-Drive-Center Nürnberg fördert der Freistaat die Entwicklung neuartiger elektrischer Antriebskonzepte und den Wissenstransfer von der Hochschule in die industrielle Praxis. Dafür werden im ersten Schritt rund 9 Millionen Euro bereitgestellt.
ï€ Verstärkte Vernetzung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen beim Thema Elektromobilität über die Metropolregion hinaus. Viele Fachhochschulen und Universitäten haben gemeinsam mit Unternehmen vor Ort erhebliche Forschungskompetenzen in diesem Bereich.
ï€ Weiterführung des bayerischen Förderprogramms Elektromobilität: Das Programm für Forschung, Entwicklung und Erprobung von Elektrofahrzeugen und Teilkomponenten ergänzt seit 2009 mit 5 Millionen Euro die Förderung des Bundes. Das hat sich bewährt und soll fortgeführt werden.
2) Ausbau von Modellregionen
ï€ Die Staatsregierung wird die bestehenden Elektromobilitäts-Regionen München und Allgäu nach Kräften weiter unterstützen.
ï€ Zudem will die Staatsregierung eine Modellstadt für Elektromobilität in Bayern auswählen. Ziel ist es, in einer Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern Anwendungsbeispiele für die verschiedensten Bereiche der E-Mobilität und der regenerativen Energien zu erproben. Wirtschaftsminister Zeil ist beauftragt, mit industriellen Partnern geeignete Modelle zu erarbeiten und dem Kabinett entsprechende Vorschläge zu unterbreiten.
3) Neue Schwerpunktsetzung im Rahmen der bayerischen Cluster-Strategie
ï€ Innerhalb der Cluster-Offensive Bayern werden künftig die Aktivitäten für Elektromobilität verstärkt. Dabei soll insbesondere im Cluster „Automotive" die Weiterentwicklung der Batterie und Speichertechnologie stärker im Zentrum stehen.
ï€ Zusätzlich soll ein „Kompetenzatlas E-Mobilität Bayern" erstellt werden, der das bayerische Know-how im Bereich der Elektromobilität von der Forschung bis zur industriellen Umsetzung abbildet. Die neue Online-Datenbasis soll interessierten Unternehmen helfen, schnell und zielgerichtet geeignete Partner zu finden, um Projektkonsortien zu gründen oder Netzwerke zu knüpfen. Damit unterstützen wir innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von mittelständischen Unternehmen, zum Beispiel aus den Bereichen Batterie- und Speichertechnologien sowie elektrische Antriebe.
ï€ Schaffung eines bayerischen Staatspreises im Bereich Elektromobilität: Der „eCarTec-Award", der auf der Fachmesse eCarTec 2009 in München erstmals vergeben wurde, soll künftig Bayerischer Staatspreis werden.
4) Unterstützung von Leuchtturm-Projekten
Die Staatsregierung wird künftig verstärkt einzelne Projekte aus dem Bereich Elektromobilität mit besonderer Signalwirkung fördern.
ï€ Unter anderem wird derzeit im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennzellentechnologie ein großes Entwicklungsvorhaben zur verbesserten Stromversorgung erarbeitet, bei dem Bayern die Federführung übernimmt.
ï€ Außerdem wird die Bayerische Forschungsstiftung verstärkt in die E-Mobilität investieren.
5) Maßnahmenpaket zur schnellen Markteinführung
Folgende Maßnahmen werden dazu unter anderem bis Mitte 2010 geprüft:
ï€ Stärkere steuerliche Anreize für Elektromobile
ï€ Ausgabe von grünen Kennzeichen
ï€ Beschaffung von Dienstfahrzeugen
ï€ Ausweisung von Vorrang-Parkplätzen
ï€ Hinweisschilder auf Stromladestationen
ï€ Sonderfahrstreifen zeitweise für Elektrofahrzeuge
Seehofer und Zeil: „Wir sind auch überzeugt, dass wir mit unserer Zukunftsoffensive Elektromobilität auf einem guten Weg sind, um den bayerischen Anteil am Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität mehr als zu erreichen, der von einer Million Elektrofahrzeugen in Deutschland im Jahr 2020 ausgeht".
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Bayerische Staatskanzlei.

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