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Universität Bremen

Auszeichnung für Bremer Friedensforscher Dieter Senghaas

29.09.2010 / 11:30. Erstmals wird am 5. Oktober 2010 zum Geburtstag Leopold Kohr´s in der Universität Salzburg der gleichnamige Preis vergeben. Preisträger ist der Bremer Friedens- und Konfliktforscher Professor Dr. h.c. Dieter Senghaas. Den Preis erhält Senghaas für sein Lebenswerk im Sinne von Leopold Kohr. Der Bremer Sozial- und Politikwissenschaftler gilt als Pionier der Friedens-, Entwicklungs- und Konfliktforschung. Professuren und Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem an die Harvard Universität sowie an die Universitäten Frankfurt und Bremen, wo er seit 1978 als Professor am Institut für interkulturelle und internationale Studien tätig ist. Sein internationales Renommee zeigt sich in zahlreichen Preisen und einem Ehrendoktorat der Universität Tübingen.


In seinen Forschungen definiert Senghaas Rahmenbedingungen für stabile, friedliche Gesellschaften: Das Gewaltmonopol des Staates, Rechtsstaatlichkeit, demokratische Partizipation, soziale Gerechtigkeit sowie eine kompromissbereite Konfliktkultur gehören ebenso dazu wie ein Merkmal, das Senghaas „Interdependenzen und Affektkontrolle“ nennt. Damit meint er die Einbindung der Individuen in ein gesellschaftliches System und deren Fähigkeit zur Affektkontrolle. In den letzten Jahren widmete sich Dieter Senghaas in Büchern, Vorträgen und neuen Medien intensiv dem Zusammenhang von Krieg, Frieden und Musik und durchbrach damit – ganz im Sinne Leopold Kohrs – die Grenzen des traditionellen Wissenschaftskanons.

Leopold Kohr:

Leopold Kohr, Jahrgang 1909, lehrte an Universitäten in den USA, Puerto Rico und England. Anfang der 80iger Jahre entdeckte man die „Kohr-Philosophie“ im deutsprachigen Raum: Sein Plädoyer für die Freiheit des Individuums gegenüber dem Staat, sein Einsatz für eine Entwicklungshilfe zur Selbstständigkeit und seine Forderung einer menschengerechten Stadt- und Verkehrsplanung. Zentral ist dabei die Idee der Rückkehr zum menschlichen Maß. 1983 erhielt er „für seinen frühen Anstoß zur Rückbesinnung auf das Menschliche Maß“ den Alternativ-Nobelpreis.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Universität Bremen.

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