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Ausonius-Preis für herausragende wissenschaftliche Karriere
16.06.2010 / 10:45. Glenn Warren Most, einer der bedeutendsten Altphilologen unserer Zeit, hat an der Universität Trier den mit 1500 Euro dotierten Ausonius-Preis in Empfang genommen.Er hat eine „atemberaubende wissenschaftliche Karriere absolviert“. Mit diesen Worten beschrieb Laudator Prof. Dr. Georg Wöhrle den Mann, der an der Universität Trier den 13. Ausonius-Preis in Empfang nehmen durfte: Glenn Warren Most. Dass Most ein würdiger Preisträger ist, steht außer Frage, und dennoch brachte er die Juroren bei ihrer Entscheidung in Bedrängnis. „Der Ausonius-Preis wird für ein Lebenswerk oder eine einzelne herausragende wissenschaftliche Arbeit verliehen. Für die Anerkennung des Lebenswerkes ist es zu früh, und ein einzelnes Werk aus dem reichen wissenschaftlichen Schaffen auszuwählen, ist schier unmöglich.
Alleine seine Literaturliste umfasst 30 Seiten“, verdeutlichte Prof. Georg Wöhrle die „enorme Breite der Forschungsarbeiten“, für die Most letztlich in Trier ausgezeichnet wurde. Der Altphilologe gilt als einer der bedeutendsten Literaturwissenschaftler und lehrt als vielfacher Preisträger in Chicago und an der Scuola Normale Superiore di Pisa. Nach der Begrüßung durch Hilaria Gössmann, Dekanin des Fachbereichs II, gab Most in seinem Vortrag nicht nur eine eindrückliche Kostprobe seiner wissenschaftlichen Akribie, sondern auch seines Humors: „Nach dieser wunderbaren Laudatio kann ich Sie nur enttäuschen“, wandte er sich an die Zuhörer. „Ich hatte stets viele Fragen - große Fragen und kleine Fragen“, beschrieb Most den inneren Antrieb für seine wissenschaftliche Neugier. „Der Ausonius-Preis zeigt mir, dass meine Fragen interessant waren“, freute sich Most und regte die Zuhörer zugleich zu Gegenrede und Diskussion an.
In seinem Vortrag sezierte der Preisträger Erklärungsversuche für das Verhalten der Medea in Euripides’ gleichnamigem antiken Drama. In hermeneutischer Kleinarbeit und mit detektivischem Spürsinn sammelte Most Hinweise und Belege gegen vier Erklärungsmodelle, die Medeas Morde zum einen mit ihrem Frausein, zum zweiten mit ihrem Status als Barbarin, zum dritten mit ihren magischen Kräften oder viertens mit ihrem (allzu) menschlichen Wesen begründen. Prof. Dr. Helga Schnabel-Schüle, Dekanin des Fachbereichs III, überreichte in Anwesenheit von Präsident Prof. Dr. Peter Schwenkmezger den mit 1500 Euro dotierten gemeinsamen Preis der Fachbereiche II und III der Universität Trier.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Universität Trier.

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