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Deutsches Archäologisches Institut

Antike Grabkammer in Pergamon entdeckt

01.10.2010 / 12:16. Im Rahmen der aktuellen Untersuchungen zu den Grabdenkmälern und Friedhöfen der antiken Metropole Pergamon an der Westküste der Türkei haben Archäologen des Deutschen Archäologischen Instituts Anfang September die Grabkammer eines hellenistischen Grabhügels aus der Zeit der Königsherrschaft der Attaliden (3.--2. Jahrhundert. v. Chr.) entdeckt.


Die Grabkammer wurde vermutlich schon seit vielen Jahren von Raubgräbern aufgesucht, durch deren illegale Grabungen die höchst qualitätvolle Quaderarchitektur der Kammer schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. So wurde ein Flügel der steinernen Grabtüre, die für Nachbestattungen mit einem Schloss versehen war und die metallene Beschläge und Nägel in
Stein imitiert, mutwillig zerschlagen. Zur großen Überraschung der Archäologen konnten sie den Sarkophag unter
Grabungsschutt noch in seiner originalen Position ausfindig machen. Der Deckel war vielleicht schon in antiker Zeit aufgebrochen worden, aber es fanden sich noch die Reste des Skeletts eines über vierzigjährigen Mannes. Von den Grabbeigaben konnte glücklicherweise noch ein Tongefäß geborgen werden, das sich in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. einordnen läßt. Dank dieser Datierung und der gut erhalten Gewölbearchitektur wird die Grabkammer zu einem wichtigen Referenzpunkt der Architekturgeschichte des Hellenismus werden.

Die Qualität der Anlage und ihre prominente Platzierung auf einem Hügel nordöstlich des Stadtberges von Pergamon lassen auf eine bedeutende Persönlichkeit als Grabinhaber schließen, den der Leiter der Pergamongrabung, Herr Prof. Dr. Felix Pirson, im engsten Umfeld der pergamenischen Königsfamilie vermutet.

Um die noch erhaltenen Reste der Grabtüre vor Diebstahl oder weiteren Zerstörungen zu bewahren, ist sie mit einem Helikopter des Umwelt- und Forstministeriums in das Museum von Bergama gebracht worden, wo sie in Zukunft die wichtige Sammlung pergamenischer Altertümer weiter bereichern wird.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Deutsches Archäologisches Institut.

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