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Evangelische Landeskirche in Württemberg
Altlandesbischof Eberhardt Renz wird 75
28.04.2010 / 11:25. Altlandesbischof Eberhardt Renz feiert am 1. Mai seinen 75. Geburtstag. Er war von 1994 bis 2001 Oberhaupt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Renz setzt sich bis heute für die Ökumene ein: So sprach er im April dieses Jahres zum Thema "Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch" anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Evangelischen Kirchengemeinde Zwiefalten. Er betonte, dass es immer Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten geben werde und auch geben dürfe. "Eine Übereinstimmung mit Unterschieden" sei das Ziel und man müsse kritisch fragen: "Wie viel Vielfalt verträgt die Einheit, und wie viel Vielfalt braucht die Einheit?"Renz wurde in Neenstetten bei Ulm geboren. Er besuchte die evangelischen Seminare in Bad Urach und Schöntal, bevor er von 1957 bis 1961 in Tübingen, Wien und Zürich Theologie studierte. Ein zweijähriger Studienaufenthalt in Madras in Indien wurde prägend für sein theologisches Handeln. Von 1966 bis 1968 war er Stipendienreferent für den Lutherischen Weltdienst in Stuttgart und ging anschließend als Dozent an das Theologische College der Presbyterianischen Kirche in Kamerun. Nach seiner Rückkehr 1971 wurde er Prälaturpfarrer im Dienst für Mission und Ökumene in der Prälatur Reutlingen. Von 1976 bis 1987 arbeitete er als Afrikareferent bei der Basler Mission in Basel. 1988 kehrte er nach Württemberg zurück und wurde geschäftsführender Pfarrer an der Johanneskirche in Esslingen. Fünf Jahre später ging er als Referent für Mission und Ökumene in den Oberkirchenrat. Im Jahr 1994 wählte ihn die Landessynode zum Landesbischof. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und war von 1998 bis 2006 einer dessen acht Präsidenten.
Eberhardt Renz ist seit 1993 Mitglied des Verwaltungsrates des Deutschen Institutes für Ärztliche Mission (DIfÄM) in Tübingen. Darüber hinaus ist er Schirmherr von "refugio stuttgart", einem Verein, der sich um traumatisierte Flüchtlinge kümmert. Er ist Vorsitzender des Freundeskreises der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen und Stiftungsrat der Baseler Mission Deutscher Zweig. Eberhardt Renz ist verheiratet und hat zwei Söhne und mehrere Enkelkinder. Er wohnt in Tübingen.
Fragen zum Geburtstag beantwortet Eberhardt Renz
Warum feiern Sie Ihren Geburtstag, oder feiern Sie nicht? Schon um die weit verstreute Familie wieder beisammen zu haben, feiern wir den Geburtstag. Ganz bewusst tun wir dies auf der Schwäbischen Alb und im Stift Urach, um den Kindern und Enkeln zu zeigen, wo meine Wurzeln sind und wo ich - damals im Uracher Seminar - die letzten Schuljahre verbracht habe.
Worauf sind Sie stolz? Darüber habe ich nie nachgedacht! Viel eher weiß ich, wofür ich dankbar bin: dankbar für ein außergewöhnlich spannendes und abwechslungsreiches Leben an sehr verschiedenen Orten dieser Erde; dankbar für höchst unterschiedliche Menschen, von denen ich gelernt habe und die mich unterstützt haben in den verschiedenen Aufgaben, die mir übertragen wurden, ob als Pfarrer, als Missionar in Kamerun oder im Bischofsamt; dankbar für meine Frau Annemei, die alles mit mir geteilt hat, mir in allen Dingen Mut gemacht hat, und mich korrigierte, wo es nötig war; dankbar auch für unsere beiden Söhne, die mit liebevollem Interesse die Tätigkeiten der Eltern auch aus der Ferne begleitet haben.
Was haben Sie früher für wichtig gehalten, was halten Sie heute für wichtig? Wofür setzen Sie sich ein? Mission und Ökumene sind die Themen, die mich mein Leben lang begleitet haben, ersteres schon als Enkel eines Indienmissionars, letzteres seit meiner ersten Vikarsstelle in Rottenburg und meinem Studienaufenthalt in Indien als Stipendiat des Lutherischen Weltbundes. Das heißt mich einsetzen: für ausgleichende Gerechtigkeit weltweit wie in unserer eigenen Gesellschaft, für gegenseitige Rechenschaft über unser Denken und Tun gegenüber den Kirchen in aller Welt, für die Hoffnung, "die in uns ist" und die wir weitergeben wollen bis ans Ende der Erde. Aus der Mitarbeit im Ökumenischen Rat der Kirchen waren und sind mir diese Aufgaben wichtig.
Wie kommen Sie zur Ruhe? Gelegentlich haben mir in den vergangenen fünf Jahren Aufenthalte im Krankenhaus zu unfreiwilliger Ruhe verholfen! Es ist nicht immer leicht, Anfragen abzulehnen, solange ich mich gerne (und jetzt auch mit mehr Zeit) mit Themen und Bibeltexten beschäftige. Aber Enkelkinder, Bücher, Garten und Wandern auf der Schwäbischen Alb verhelfen mir zu ganz anderer Ruhe.
Was macht Sie zuversichtlich? Im Rückblick sehe ich ganz erstaunliche und überraschende Wendungen in meinem Leben, meist solche, die ich nicht geplant hatte. Was ich dabei erlebt und erfahren habe, ist eine tiefgründige Gewissheit, dass Gott mich bei jedem dieser Schritte in ein neues Feld begleitet, und die feste Zuversicht, dass der Heilige Geist immer die schwerere Hälfte übernimmt.
Was wünschen Sie sich: für sich selbst, für unsere Kirche, für unsere Welt? Ich wünsche mir in dieser Welt eine Christenschar, ob klein oder groß, die etwas ausstrahlt von der Hoffnung und Zuversicht, die unser Glaube in sich trägt; Nachfolger Jesu Christi, die sich nicht verstecken, sondern ein fröhliches, unerschrockenes und selbstbewusstes Zeugnis von unserem Herrn ablegen können, jederzeit und überall.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Evangelische Landeskirche in Württemberg.

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