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Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" e.V.
Affenversuche in Bremen: Gericht entscheidet über Fortführung zweckfreier Hirnforschung
16.04.2010 / 12:49. Am 22. April entscheidet das Bremer Verwaltungsgericht, ob Hirnforscher Kreiter seine Experimente am Hirn von Makaken fortführen darf. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche appelliert an das Gericht, zu berücksichtigen, dass die Affenhirnforschung erwiesenermaßen keinen medizinischen Nutzen erbracht hat, die Qual für die Tiere indes hoch ist. Auch müsse das Staatsziel Tierschutz konsequent angewandt und nicht wie bisher der Wissenschaftsfreiheit mehr Rechte zugestanden werden als dem Schutz der Tiere.»Bei Hirnversuchen an Affen geht es nur um den Erkenntnisgewinn über die Funktionsweise des Affenhirns. Für den Menschen kam dabei auch nach rund 15 Jahren nichts medizinisch Relevantes heraus«, erläutert Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärzte gegen Tierversuche. »Die Affen müssen jahrelang Qualen ertragen und kranke Menschen werden Heilversprechen ausgesetzt, die nicht erfüllt werden können, solange am falschen Hirn herumexperimentiert wird«, so Bitz weiter.
Das für die Genehmigung zuständige Gesundheitsressort der Freien Hansestadt Bremen hatte dies erkannt und den Affenversuchen zuletzt im August 2009 eine Absage erteilt. Das Verwaltungsgericht erlaubte jedoch im Oktober 2009 die vorläufige Fortführung der Affenversuche. Bei dem nun anstehenden Gerichtsverfahren soll entschieden werden, ob die Versuche weitergeführt werden dürfen.
»Bildgebende Verfahren oder die Forschung an menschlichen Zellen aus medizinisch notwendigen Operationen, liefern im Gegensatz zum Tierversuch wertvolle Erkenntnisse über das Menschenhirn und seine Krankheiten«, meint Bitz. Der Ärzteverein nennt als Grund für die Untauglichkeit der tierexperimentellen Hirnforschung die großen Unterschiede zwischen Mensch und nicht-menschlichen Primaten. So habe das Affenhirn keine Bereiche für Sprache, Lesen oder Musik und das Menschenhirn habe zur Verarbeitung von visuellen Reizen bestimmte Hirnbereiche, die im Affenhirn fehlen. Die Schädigung eines bestimmten Bereichs des motorischen Systems verursache beim Menschen einen kompletten Ausfall von Sprache und Muskelbewegungen, beim Affen komme es nur zu einer geringen Beeinträchtigung.
Die Ärzte gegen Tierversuche beurteilen die Hirnforschung am Tier als besonders grausam und medizinisch zum Scheitern verurteilt. Der Verein fordert eine sofortige Kehrtwende zu moderner, tierversuchsfreier Forschung, um so ein Wissenschaftssystem aufzubauen, das Ethik und gute Wissenschaft in Einklang bringt.
Weitere Information über Affenversuche
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/infos/tierversuche-an-affen/225-der-fall-bremen
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/infos/tierversuche-an-affen/11-hirnf orschung-an-affen-grausam-und-sinnlos
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" e.V..

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