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6. Mai: Öffentliche Veranstaltung gibt Einführung in die Körpergeschichte
04.05.2010 / 10:38. Körpergeschichte ist eine relativ neue Wissenschaftsdisziplin. Zu einem relevanten Gegenstand der Geschichtswissenschaft wurde der Körper, seitdem er nicht mehr als ahistorische Größe wahrgenommen wurde. Vielmehr erkannte man, dass die Definition des Körpers sich stets verändert in Abhängigkeit zu den verschiedenen von einer Gesellschaft vertretenen Menschenbildern und Diskursen. Diese entscheiden nicht nur über die Schönheit des Körpers - zu denken wäre an gegenwärtige Fitness-, Hygiene- und Gesundheitskulte - sondern auch über das Recht zu leben sowie über "menschenwürdiges" Leben. Hierfür stehen nicht zuletzt Begriffe wie Organtransplantation, Sterbehilfe, aber auch der Eugenikdiskurs des 20. Jahrhunderts, der die Ermordung und Zwangssterilisation von Abertausenden von Menschen ermöglichte.Eine grundlegende Einführung in diese Thematik hat die Privatdozentin Dr. Maren Lorenz von der Universität Hamburg in ihrem Buch "Leibhaftige Vergangenheit. Einführung in die Körpergeschichte" gegeben. Am Donnerstag, 6. Mai 2010, wird die Historikerin am Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen zunächst ein öffentliches Kolloquium zu dem viel diskutierten Thema "Körpergeschichte und Politik" geben. Danach wird sie einen Abendvortrag halten mit dem ebenfalls in diesem Kontext verorteten Titel "Menschenrechte für 'Missgeburten'? Mechanismen und Effekte wissenschaftlicher Normierungsbestrebungen im frühneuzeitlichen Westeuropa". In beiden Veranstaltungen wird es um die Frage gehen, welche Menschenbilder und gesellschaftlichen Bedingungen sowohl die Durchsetzung als auch die Ablehnung bestimmter Körperbilder bewirken. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem "Epochenübergreifenden Doktorandenkolloquium" des Instituts für Geschichtswissenschaft organisiert.
Das Kolloquium findet von 15 bis 17 Uhr auf dem Campus im GW2, Raum 2770, und der Abendvortrag von 18 bis 19 Uhr im Verwaltungsgebäude (VWG), Raum 2060 ("Kapelle") statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen unter www.geschichte.uni-bremen.de
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Universität Bremen.

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