Um Ihnen künftig einen noch besseren Service anbieten zu können, konzentriern wir uns derzeit auf eine größere Umstrukturierung. Freuen Sie sich auf ein frisches Layout, mehr Nachrichten und mehr Möglichkeiten zum Mitmachen ab 2011!
41. Würzburger Grenzgang führt nach Heidingsfeld
28.09.2010 / 09:42. Der 41.Grenzgang der Stadt Würzburg findet am Samstag, 2. Oktober 2010, statt. Nach dem großen Jubiläumsgrenzgang mit vielen Attraktionen im letzten Jahr, geht es bei dem diesjährigen Grenzgang etwas beschaulicher zu, aber sicherlich nicht weniger interessant. Treffpunkt ist um 9 Uhr am Residenzplatz. Der Grenzgang startet dann um 9.30 Uhr am Buswendeplatz im Steinbachtal.Die Fachabteilung Tiefbau aus dem Baureferat der Stadt Würzburg hat unter der Leitung von Baudirektor Jörg Roth wieder ein Programm für den diesjährigen Grenzgang zusammengestellt, das sicher für alle Grenzwanderer sehr ansprechend ist.
Grenzgänge haben in der Stadt Würzburg eine sehr lange Tradition. Der Grenzgang, den wir heute begehen, ist der 41. nach neuer Zählung. Grenzgänge und Markumgänge gibt es aber schon sehr viel länger. Grenzgänge gehören zu den ältesten Bräuchen überhaupt in der Stadt.
Erstmals wurde eine Grenzbegehung am 14. Oktober 779 in einer Würzburger Markbeschreibung urkundlich erwähnt. Die *hohe Mark“ von Würzburg wurde auf Anordnung Karls des Großen neu begangen und festgelegt. Bei diesen ganz frühen Grenzgängen wurden teilweise noch die Namen aller Teilnehmer in einem Protokoll festgehalten.
Dieser Flurgang oder auch Umgang wurde über Jahrhunderte hinweg alljährlich durchgeführt. Die Siebener, wie die Feldgeschworenen im Volksmund auch genannt werden, überprüfen dabei die Grenzen. Sie sichern und festigen die vorhandenen Grenzsteine. Im Jahre 1969 wurde der alte Brauch des Grenzganges in der heutigen Form neu belebt. Die ganze Würzburger Bevölkerung ist seitdem zum Grenzgang eingeladen. Teilweise konnten bis zu 500 Grenzgänger begrüßt werden.
Die Aufgaben der Feldgeschworenen haben sich gewandelt. Grenzpunkte werden heute durch moderne Technik, durch GPS, Koordinaten und elektrooptische Entfernungsmessgeräte millimetergenau festgelegt. Die Pflege und Sicherung der Grenzen sind aber auch in der heutigen Zeit noch immer sehr wichtig. Die Feldgeschworenen sind zu wichtigen Helfern für die Vermessungsbehörden geworden. Sie setzen und sichern, die Grenzsteine, sie arbeiten den Vermessungsingenieuren zu und sind wichtige Ratgeber vor Ort, wenn es um Grenzfragen geht. Bei der Bevölkerung genießen sie ein großes Ansehen und sie üben ihr Ehrenamt nach dem Leitspruch aus. Tue recht, fürchte Gott und scheue niemand!
Der Grenzgang ist ein kulturell wichtiges, traditionsreiches Ereignis im Jahresablauf der Stadt Er bietet die Gelegenheit die Grenzen der Stadt kennenzulernen. Er bietet aber auch die Möglichkeit mit Mitarbeitern aus dem Rathaus und der Stadtverwaltung einmal ganz zwanglos ins Gespräch zu kommen. Beim diesjährigen Grenzgang gilt es sehr viele ganz alte Grenzsteine zu entdecken, teilweise aus der Zeit von Julius Echter. Es gibt kaum einen Bereich der Stadtgrenze an dem die ursprünglichen Grenzsteine so komplett sind und auch so gut erhalten. Und die Wanderung durch den Würzburger Stadtwald verspricht auch ein sehr schönes Naturerlebnis.
Informationen zum Wald werden den Teilnehmern vom Stadtförster und vom Gartenamt vermittelt. Beim Grenzgang wird natürlich auch wieder die alte Tradition des Steinsetzens und des Stauchens gezeigt. Die Grenzgangsteilnehmer lassen diese wichtige Tradition weiterleben
In sieben Jahren wird die Stadt bei den Grenzgängen einmal umrundet. Die Gesamtlänge der Stadtgrenze beträgt 68,4 km.
Die Einbeziehung von Schulklassen und Kindern ist eine wichtige Hilfestellung, um der jüngeren Generation Sinn und Bedeutung von Grenzen und Besitz zu zeigen. Für Kinder werden viele Angebote rund um den Grenzgang wie Quiz, Luftballonwettbewerb, Geometerwettbewerb usw. vorbereitet.
Für die Grenzgänger gibt es viele Erläuterungen zum Feldgeschworenenwesen. Es gibt einen Grenzgangpass und ein Grenzgangglas, bei dem die *erste Füllung“ mit dabei ist. Der jüngste und der älteste Teilnehmer am Grenzgang werden geehrt.
Nach alter Sitte wird unterwegs auch Rast gemacht. Am Ende des Grenzganges gibt es einen zünftigen Eintopf aus unserem Stadtkasino. In der TGH-Halle am Wiesenweg in Heidingsfeld klingt der Grenzgang mit dem Mittagessen gegen 13 Uhr zu Klängen der Laurentius-Musikanten aus
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Stadtverwaltung Würzburg .

Kommentare zu diesem Artikel
Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Kommentieren >>
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare zu schreiben!