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Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

20 Jahre Bund der Zwangsausgesiedelten: "Verband arbeitet gegen das Vergessen des DDR-Unrechts"

10.09.2010 / 15:10. Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), wird morgen in Bad Langensalza am 21. Kongress des Bundes der in der DDR Zwangsausgesiedelten teilnehmen und ein Grußwort sprechen.

Termin: Samstag, 11. September 2010, Uhrzeit: 10:00 Uhr, Ort: Bad Langensalza, Kultur- und Kongresszentrum, An der Alten Post 2


Sozialministerin Heike Taubert sagte vorab: "Mit der politischen Wende 1989 kam Vieles in Gang, was den undemokratischen Charakter und die Willkür des DDR-Regimes zu Tage brachte. Die SED-Regierung glaubte, dass Menschen, die ganz nah an der innerdeutschen Grenze lebten, ihren Machtanspruch auf lange Sicht untergraben würden. Sie setzte daraufhin eine beispiellose ideologische und administrative Kampagne gegen das eigene Volk in Gang. Ganze Familien wurden willkürlich über Nacht aus dem Grenzgebiet in das Landesinnere der DDR verbracht. Die Menschen wurden buchstäblich aus ihrem Leben herausgerissen. Diese Deportationen waren typisch für Unterdrückungspolitik der DDR."

Nach Ansicht der Sozialministerin war es darum wichtig, dass sich der Verband nach der politischen Wende gegründet hat. "Endlich konnten die Zwangsausgesiedelten Ihre Erlebnisse offen aussprechen und ihre Forderungen in die Gesellschaft tragen. Der Verband arbeitet gegen das Vergessen des DDR-Unrechts und ist in den letzten 20 Jahren immer auch als Mahner und Forderer gegenüber der Politik aufgetreten. Die Landesregierung hält nach wie vor an ihrer Absicht fest, dass sich die Schere zwischen SED-Opfern und Tätern nicht weiter öffnen darf und die SED-Opfer Gerechtigkeit erfahren. Es ist ein Anliegen der Landesregierung, auch die Anerkennung der Zwangsausgesiedelten als Verfolgtengruppe voranzutreiben. Dazu will ich mich für eine Berücksichtigung des erlittenen Unrechts im Rahmen der Opferrente einsetzen", sagte Taubert.

Der Bund der Zwangsausgesiedelten e.V. (BdZ) wurde 1990 gegründet. Der Verband setzt sich für Menschen ein, die 1952 und 1961 von den DDR-Staatsorganen zwangsweise aus dem Grenzgebiet zur Bundesrepublik Deutschland ins Landesinnere der DDR ausgesiedelt wurden. Schätzungen zu Folge waren in Thüringen 1952 ca. 3.500 und 1961 ca. 1.700 Menschen von den Deportationen betroffen und verloren so ihre Heimat. Heute sind rund 445 Familien im BdZ als Mitglieder organisiert.

Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit.

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