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10 Jahre Jugendstation Gera - eine Erfolgsgeschichte
30.09.2010 / 15:40. Justizminister Dr. Holger Poppenhäger: "Die Jugendstation Gera ist ein Erfolgsprojekt, weil die Strafverfolgungsbehörden und Jugendhilfe hier auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um zeitnah, individuell und zielgenau reagieren und so einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung von Jugendkriminalität leisten."Auf der Festveranstaltung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Jugendstation Gera zogen alle Beteiligten eine durchweg positive Bilanz. "Als das Thüringer Justizministerium das Projekt Jugendstation in Gera im Jahr 2000 aus der Taufe hob, trug es durchaus experimentellen Charakter. Es sollte ein alternativer Weg der Sanktionierung von straffälligen jungen Menschen ausgetestet werden, der viel stärker dem Erziehungsgedanken im Jugendstrafrecht Rechnung trägt und die beteiligten Akteure an einen Tisch bringt. Das ist uns gelungen", sagte der Thüringer Justizminister Dr. Holger Poppenhäger und betont, dass das Projekt inzwischen etabliert ist und seinen Modellcharakter längst hinter sich gelassen hat. "Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendgerichtshilfe arbeiten unter einem Dach. Das bedeutet: kurze Wege, enge Kontakte untereinander und ein rasches und nachhaltiges Reagieren auf jugendliche Delinquenz", fasst der Minister die Vorzüge der Kooperation zusammen.
Die Bilanz kann sich sehen lassen. Die Verfahrensdauer hat sich deutlich verkürzt. Über zwei Drittel der Verfahren werden in weniger als vier Wochen nach Bekanntwerden der Straftat abgeschlossen. Die um die Jahrtausendwende auffällig hohe Zahl straffälliger Jugendlicher im Alter von 14 bis 18 Jahren Kinder- und Jugendkriminalität in Gera ist in den Jahren 2000 bis 2009 um etwa 60 Prozent gesunken. Im Vergleich zur allgemeinen Kriminalitätsentwicklung und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ein überproportionaler Rückgang, an dem sicher auch die Jugendstation ihren Anteil hat. Besonders positiv fällt auf, dass die Staatsanwälte und Staatsanwältinnen/innen in der Jugendstation häufiger als anderswo durch die im Zusammenspiel mit der Einleitung einer erzieherischen Maßnahme zum sogenannten Mittel der Diversion greifen. "Wir haben alle wesentlichen Zielstellungen erreicht", stellt Dr. Poppenhäger fest und dankt allen Beteiligten ausdrücklich für ihr großes Engagement, mit dem Sie den Erfolg wesentlich tragen.
"Die Jugendstation gehört inzwischen zur Stadt dazu", stellt der Justizminister nach vielen Gesprächen fest. Wie eng die Jugendstation mit Gera verbunden ist, zeigen die gewachsenen Verbindungen zu zahlreichen freien Trägern der Jugendhilfe und zu Schulen, aber auch die Kontakte zum kommunalen Jugendhilfeausschuss und zum Kriminalpräventiven Rat.
"Ich würde mich freuen, wenn unsere neue Jugendstation Jena / Saale-Holzland-Kreis in gleicher Weise Fuß vor Ort fasst", so Dr. Poppenhäger. Die Jenaer Jugendstation wird voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen und erstmalig auch für Fälle politisch motivierte Kriminalität zuständig sein. Zudem soll ihre Tätigkeit möglichst evaluiert werden, um kriminalpräventive Auswirkungen belastbar darstellen zu können und Rückschlüsse über nötige Anpassungen zu ziehen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Meldung: Thüringer Justizministerium.

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